Meine Quadrocopter


Meine DJI Phantom 2
Meine erste Drohne war die DJI Phantom 2. Ich hatte das Gerät mit einem FPV-Sender nachgerüstet und eine GoPro Hero 3 Black mit entsprechendem Zenmuse-Gimbal drunter gehängt. Zudem hatte ich auch immer einen ND8-Filter auf der Kamera. Das ist ein einfacher Graufilter, der die Belichtungszeit verlängert, da ansonsten in hellem Sonnenlicht unschöne Schliereffekte wie "Rolling Shutter" und Schattenwurf durch die Propeller den Videogenuss trüben, wie man auf meinen älteren Videos leider sehen kann. Ein paar Videos, die ich mit dem Copter gedreht habe, sind auf Youtube zu sehen.
Übrigens finde ich, dass es nicht immer Aufnahmen aus 100 m Höhe sein müssen - allein die Tatsache, mit dem Copter dahin zu kommen, wo man sonst nicht hinkommt - beispielsweise über Wasser - ermöglicht manchmal schon besondere Aufnahmen.

Seit Juli 2017 bin ich nun stolzer Besitzer des DJI Mavic Pro. Das Ding ist wirklich unglaublich und die Kinderkrankheiten scheinen inzwischen weitestgehend "weggeupdated" worden zu sein. Ich wollte diesen Neuerwerb einmal zum Anlass nehmen, einen möglichst vollständigen Überblick über die bestehende Rechtslage zusammenzustellen. Da ich kein Anwalt bin, kann ich natürlich keine Gewähr für Vollständigkeit oder Korrektheit der folgenden Aufzählung machen, aber ich habe zumindest so sorgfältig gearbeitet, wie möglich. Die Zusammenfassung gibt die Rechtslage für die private Nutzung (also "zum Zwecke des Sports oder der Freizeitgestaltung") wieder. Für die gewerbliche Nutzung gelten teilweise noch deutlich schärfere Regeln. Auch ist dann eine spezielle, gewerbliche Versicherung nötig. Zudem gibt es spezielle Vorschriften für das Fotografieren und Filmen, die hier nicht aufgeführt sind. Hierbei handelt es sich vor allem um Fragen des Persönlichkeits- und Urheberrechts. Hierzu hat der Rechtsanwalt Wolfgang Rau einige interessante Videos in dem Videopodcast "Blende 8" herausgebracht.
Einige Videos mit Mavic-Drohnenaufnahmen findet Ihr inzwischen auf meinem Youtube-Channel.

Rechtliche Rahmenbedingungen für Copterpiloten


Versicherung und Plakette


Bevor man mit seinem Copter in die Luft geht, sind zwei Voraussetzungen nötig:
  • Jeder Copter (unabhängig vom Startgewicht) benötigt eine Haftpflichtversicherung. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Hierbei sollte man einiges beachten: Benötigt wird eine Luftfahrt-Haftpflichtversicherung. Einige private Haftpflichtversicherungen (PHV) bieten an, auch Schäden durch Drohnen abzudecken, das kann aber böse ins Auge gehen: Die PHV wird zwar Schäden regulieren, die durch eigenes Verschulden verursacht wurden (z.B. wenn man aus Versehen den Copter in ein parkendes Auto gesteuert hat und dort Lackschäden entstanden sind), jedoch kann sie die Haftung für Schäden durch nicht selbst verschuldete Ursachen (z.B. plötzliche Windböe) ablehnen. Nach dem Luftfahrtrecht gilt aber, dass grundsätzlich derjenige für den entstandenen Schaden verantwortlich ist, der das Fluggerät in die Luft gebracht hat. Nehmen wir einen extremen Fall: Der Copter wird nach allen Regeln geflogen. Nun kommt aber ein plötzlicher Windstoß und der Copter wird in die Scheibe eines Rettungshubschraubers getrieben (der ja gerne auch in ungewöhnlichen Höhen und Orten unterwegs ist), welcher notlanden muss. Es entstehen immense Sach- und Personenschäden. Die PHV kann die Übernahme ablehnen, die Luftfahrt-Haftpflicht wird jedoch für den Schaden aufkommen. Versicherungen findet man unter anderem bei Kopter-Profi.de
  • Seit der "Drohnen-Verordnung 2017" gilt folgendes: "Der Eigentümer eines Flugmodells oder eines unbemannten Luftfahrtsystems mit jeweils einer Startmasse von mehr als 0,25 Kilogramm (…) muss vor dem erstmaligen Betrieb an sichtbarer Stelle seinen Namen und seine Anschrift in dauerhafter und feuerfester Beschriftung an dem Fluggerät anbringen." Dies gilt übrigens auch für den Betrieb auf Modellflughäfen. Infos und Bestellmöglichkeiten für entsprechende Plaketten gibt es z.B. auf der Seite Kopter-Profi.de.

Besondere Regelungen bei schwereren Modellen


  • Will man Copter mit einer Startmasse ab 2 kg fliegen, benötigt man einen entsprechenden Kenntnisnachweis ("Drohnenführerschein"). Die meisten aktuellen Modelle für die private Nutzung (z.B. DJI Phantom, Mavic, Spark) sind zwar deutlich schwerer als 0,25 kg, liegen aber auch deutlich unter 2 kg, so dass ein Drohnenführerschein nicht erforderlich ist.
  • Bei einer Startmasse ab 5 kg benötigt man eine spezielle Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde (Aufstiegsgenehmigung).
  • Drohnen mit einer Startmasse ab 25 kg dürfen in Deutschland generell nicht aufsteigen.

Was man immer beachten muss


  • Das Gerät muss technisch in einwandfreiem Zustand sein. Sonst erlischt selbstverständlich der Versicherungsschutz.
  • Es darf nur auf Sicht geflogen werden. Das bedeutet, der Pilot muss das Fluggerät ohne technische Hilfsmittel, wie z.B. einem Fernglas o.ä., immer sehen können.
    • Ausnahme: Sogenannte FPV-Flüge (also mit einer Videobrille, die das Livebild der Kamera des Copters überträgt, als ob man in der Drohne sitzen würde) sind erlaubt, solange eine weitere Person währenddessen den Copter ohne Hilfsmittel durchgehend sehen kann und jederzeit die Steuerung übernehmen. Hier übernimmt quasi der zweite die Rolle des (Sicherungs-)Piloten.
  • Der Transport von gefährlichen, radioaktiven, explosiven oder pyrotechnischen Stoffen und anderen, die bei Abwurf Panik auslösen können, ist grundsätzlich verboten.
  • Unbemannte Luftfahrzeuge müssen immer der bemannten Luftfahrt ausweichen. Das gilt auch für unbemannte Freiballone.
  • Man sollte sich immer zuvor über NOTAMs (notice to airmen) der Deutschen Flugsicherung bezüglich kurzfristiger Einschränkungen informieren.

Wann und wo man NICHT fliegen darf


  • Mehr als 100 m über dem Grund. Bei den meisten modernen Drohnen kann eine derartige Maximalhöhe voreingestellt werden; das sollte man auch tun, da beim Überschreiten dieser Höhe der Versicherungsschutz erlischt. Will man höher fliegen, ist eine behördliche Ausnahmegenehmigung erforderlich.
  • Nachts. Genauer gesagt zwischen der bürgerlichen Abenddämmerung und der bürgerlichen Morgendämmerung. Während der bürgerlichen Dämmerung befindet sich der Mittelpunkt der Sonnenscheibe maximal 6° unter dem Horizont. Da man mit dieser Angabe irgendwie nichts anfangen kann, empfehlen sich spezielle Apps, wie z.B. die App von Kopter-Profi.de. Wer nachts fliegen möchte, bedarf einer Einzelaufstiegsgenehmigung der zuständigen Landesluftfahrtbehörde.
  • Weniger als 1,5 km um die Außenbegrenzung von Flughäfen (in Kontrollzonen von Flugplätzen max. 50 m über Grund). Was ich bislang nicht wusste: Offensichtlich zählen hierzu auch Heliports, also Hubschrauberlandeplätze, z.B. an großen Krankenhäusern. Auch hier ist die App von Kopter-Profi.de sehr hilfreich.
  • Über Wohngrundstücken wenn
    • die Drohne mehr als 0,25 kg Startmasse hat und / oder
    • die Drohne über eine Kamera und / oder ein Mikrofon verfügt.
    • Ausnahme: Der durch den Betrieb über dem jeweiligen Wohngrundstück in seinen Rechten Betroffene stimmt dem Überflug ausdrücklich zu.
  • Modellflug (wozu auch Drohnen zählen) ist in Naturschutzgebieten, Vogelschutzgebieten und Nationalparks bedauerlicherweise nicht erlaubt. Eine Übersichtskarte stellt das Bundesamt für Naturschutz zur Verfügung. Leider erfordert die Karte den Adobe Flash Player, so dass der Einsatz auf Apple-Geräten unterwegs wohl etwas schwierig wird.
  • Einsatzstellen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst, dürfen grundsätzlich nicht überflogen werden. Recht so. Man hat dort schon genug mit den unzähligen asozialen, handyfilmenden Gaffern am Boden zu kämpfen, die vollkommen egoistisch inkaufnehmen, dass Menschen sterben, bloß um coole Bilder zu kriegen.
  • Militärübungen.
  • Über Menschenansammlungen. Diese ist durch die Rechtsprechung definiert als "das Zusammensein einer Vielzahl von Menschen, d.h. einer so großen Personenmehrheit, das ihre Zahl nicht sofort überschaubar ist und es auf das Hinzukommen oder Weggehen eines einzelnen nicht mehr ankommt". Der seitliche Mindestabstand beträgt 100 m.
  • Über Bundesstraßen und Autobahnen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen (Ausnahme: Ausdrückliche Zustimmung des Betreibers). Der seitliche Mindestabstand beträgt 100 m.
  • Über Krankenhäusern. Der seitliche Mindestabstand beträgt 100 m.
  • Über und im seitlichen Abstand von unter 100 m zu Außengrenzen von Industrie- und Energieerzeugungsanlagen (Ausnahme: Ausdrückliche Zustimmung des Betreibers).
  • Über Unglücksorten & Katastrophengebieten. Der seitliche Mindestabstand beträgt 100 m.
  • Über und im seitlichen Abstand von unter 100 m zur Außenbegrenzung von Justizvollzugsanstalten, Liegenschaften der Polizei & militärischen Anlagen.
  • Über Grundstücken von Verfassungsorganen des Bundes oder der Länder sowie obersten und oberen Bundes- und Länderbehörden. Der seitliche Mindestabstand beträgt 100 m.

Quelle: iTunes
Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat eine App für Drohnenpiloten herausgebracht. Hier kann man sämtliche Gegenden in Deutschland auf Flugerlaubnis prüfen. Hierbei sind auch die oben genanten Punkte berücksichtigt (Bundesstraßen, Krankenhäuser, Bahnanlagen usw.) Wer sich rechtlich korrekt verhalten möchte, kommt um diese App definitiv nicht herum. Leider gibt es einen Registrationszwang, die Registrierung kann man aber auch mit einer temporären Mailadresse durchführen. Habe mich gefragt, was die von mir als Privatpilot mit meinen Daten wollen. Tipp: Beim checken mit der App den Flugradius klein wählen (z.B. 50 m). Wer als Flugradius 1000 m angibt, der wird fast überall in Deutschland irgendeine Flugverbotszone tangieren, was schnell frustrierend werden kann.

Irgendwie sieht diese Liste garnicht aus wie die Darstellung von Drohnen in der Werbung: Kaufen, 3x auf's Handy tippen und die Drohne macht alles alleine… Leider ist das Ganze doch um ein Vielfaches komplizierter.

Nützliche Links zum Thema findet Ihr hier:



Luftbilder / Airpictures

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